Sonntag, 7. Oktober 2012

Über Milch

Wenn man wie ich beim Frühstück über einer Schlüssel Müsli hängt und die in gefühlten 42 Sekunden vernichtet, bleibt den Rest des Tages Zeit, empfohlene Videos zu kucken.
So auch dieses:


Worum geht es? Es steht die Frage im Raum, ob es gesund ist, Milch zu trinken.

Prof. Doktor Walter Veith, ein anerkannter Psychologe (mit Spezialisierung auf Nahrungspsychologie) und Zoologe, belegt mittels Studien, dass die Ernährung des Menschen mit Kuhmilch und ihren Produkten medizinisch bedenklich und außerdem die Ursache für viele Krankheiten ist. Tierethik spielt hier ausnahmsweise keine Rolle. Der medizinische Aspekt steht im Vordergrund. Unser Vorteil ist, dass er auch des Deutschen mächtig ist.

Los geht’s

Fast schon passend dazu erschien ein Artikel auf ORF.at, der die immer häufiger auftretenden Allergien bei Kindern zum Thema hat. Besonders hervorgehoben wurden „Kuhmilch, Hühnereier, Getreide und Nüsse“.

Kuhmilchallergie? Wo Milch doch laut Werbung und Ernährungsexperten so gesund ist?

Betrachten wir das Thema einmal genauer. Und dafür bewegen wir uns entlang des Vortrages von Doktor Walter Veith, den wir und im Video beliebig oft ansehen können.

Milch für Kinder

Den Einstieg wählt er mit dem Kindesalter. Genauer mit der Tatsache, dass der Mensch als einziges Lebewesen nach der Entwöhnung von der (Mutter)Milch noch Milch und Milchprodukte zu sich nimmt.

Den Grundstein für die Entwicklung des Nachwuchses wird im Säuglings- und Kindesalter gelegt. Den ersten Unterschied zwischen Muttermilch und Milch (biologisch betrachtet ist beides „Muttermilch“, aber mit dem Begriff der Muttermilch ist die menschliche Muttermilch gemeint, während ich mit „Milch“ die der Kuh meine) ist die Zusammensetzung.

Kuhmilch hat – und diese Eigenschaft wird angepriesen – einen hohen Eiweißanteil (Stichwort: Wachstum) und viel Kalzium (für die Knochenfestigkeit).

Muttermilch liefert auch beides, nur in geringerem Ausmaß. Dafür hat die Muttermilch einen hohen Fettanteil. „Das kann ja nicht gesund sein“, werden jetzt die Eltern sagen.

„Doch“, meint Doktor Walter Veith. Das Geheimnis liegt in der Entwicklung der Lebewesen. Zieht man das Wasser ab, bleibt von der Trockenmasse des Menschlichen Hirn eine Zusammensetzung von 40 Eiweiß und 55% Fett in der weißen Hirnmasse, 55% Eiweiß und 33% Fett im grauen äußeren Teil.

Das Menschliche Gehirn benötigt in seiner Entwicklungsphase demnach einen hohen Fettanteil. Den liefert – wie praktisch – die Muttermilch.

Die Milch, die ein Kalb trinkt, enthält viel Eiweiß. Ein Kalb legt auch sehr viel schneller an Masse zu und wird, wenn es erst einmal ausgewachsen ist, sehr viel größer und schwerer sein, als ein Mensch. Nur halt mit geringeren kognitiven Fähigkeiten. (Je nach Mitbürger, lässt sich darüber streiten, aber für die Allgemeinheit gilt das Prinzip durchaus.)

Wenn man es pointierter ausdrückt: Der Mensch braucht keine Nahrung, die drauf ausgelegt ist, den Nachwuchs zu mästen. Genauso wenig braucht ein Kalb Nahrung, die den Aufbau des Gehirns forciert. Aber im Grunde wird genau das Gegenteil propagiert.

Statistisch gesehen besteht die menschliche Muttermilch aus 1,2% Eiweiß, menschliche Kinder verdoppeln in 120 Tagen ihr (Geburts-)Gewicht. Kuhmilch besteht aus 3,3% Eiweiß und ein Kalb verdoppelt sein Gewicht innerhalb von 47 Tagen. Und als anderes Extrem sind Ratten angeführt. Deren Muttermilch besteht aus 11,8% Eiweiß. Dafür sind Rattenbabies nach bereits 4,5 Tagen doppelt so schwer, wie bei ihrer Geburt. „Wäre also viel Eiweiß der ausschlaggebende Faktor, sollte man Rattenmilch füttern/trinken.“

Was macht Milch im Körper?

Geht man von den Notwendigkeiten weg und betrachtet man die rein biologischen Möglichkeiten des Körpers mit der Nahrung umzugehen, stellt man fest, dass der menschliche Körper nicht auf die Verdauung von Milch ausgelegt ist. Zwischen „wir können“ und „wir sind dafür gemacht“ gibt es große Unterschiede. Zumal viele Bevölkerungsgruppen explizit eine genetisch vorgegebene Laktoseintoleranz aufweisen.

Kälber bilden im Magen ein Enzym (Renin), das es ermöglicht, dass das Kasein der Milch im Magen gerinnt und verdaut werden kann. Beim Menschen sorgt ein spezielles Protein (bacterium bifidus, das mit der Muttermilch gegeben wird) dafür, dass im Magen der Säuglinge das Kasein gerinnt und sie verdaut werden kann. Nur diese Milchproduktion und damit die „Beigabe“ des Proteins hört früher oder später genauso auf, wie die Enyzmproduktion im Kalbsmagen.

Nun ist nicht nur die körperliche Möglichkeit endlich, das Kasein gerinnen zu lassen, sondern auch das Kasein bei allen Tieren ein anderes. Mensch, Kalb, Schwein, Kaninchen, Katzen, Hunde, … kein Kasein gleicht dem anderen.

Im Endeffekt führt das dazu, dass Kinder und Kleinkinder an „blutigem Stuhlgang“ und dadurch an „signifikanten Eisenverlust leiden“ (Pediatrics 1992; 89 (6): 1105-1109 & Medical Tribune, 20.09.1996) und „die Niere belastet“ (Medical Tribune 25.10.2002).

Kasein enthält einige Aminosäuren in einer bestimmten Anordnung, die den Betazellen in der Bauchspeicheldrüse gleichen (nicht das komplette Kasein, aber ein kleiner Teil der Struktur). Gelangt nun Kasein in einem frühen Stadium der Entwicklung ins Blut, produziert der Körper Antikörper gegen diese Struktur. In weiterer Folge kann eine Autoimmunerkrankung entstehen, die die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse abdreht, indem sie die Betazellen angreift. Das ist dann der Typ 1 Diabetes. (American Journal of Nutrition, 1990; 51; 489-491 & Diabetologia 1994; 37(4): 381-387)

Cholesterin und Fett

Und jetzt wird's kompliziert: jetzt geht es um Cholesterin und Fett.

Cholesterin ist – vereinfacht ausgedrückt – ein Blutfett. Es lagert sich in den Zellen ein, erhöht die Festigkeit der Zellmembran und steuert auch Botenstoffe bei. Es gibt „gutes“ (HDL) und „schlechtes“ (LDL) Cholesterin. Wobei die Begriffe gut und schlecht auch nur innerhalb der Toleranzgrenzen der Konzentration zu werten sind.

Menschliche Muttermilch hat zwar, verglichen mit Kuhmilch, einen höheren Fettanteil, der für die Gehirnentwicklung notwendig ist. Absolut betrachtet ist auch in der Kuhmilch sehr viel Fett. Und viel Cholesterin. Durch die Verarbeitung von Milch (melken, pasteurisieren, abfüllen, und dann die Verwendung in der Küche) kann das Cholesterin oxidieren. Nicht nur, dass das Cholesterin in der Kuhmilch vermehrt LDL beinhaltet, kann es durch die Oxydation (also durch zusätzlich gebundenen Sauerstoff) leichter in die Zellen eindringen und die Ablagerung von Kalzium in den Blutgefäßen fördern.

Wobei das Fett, das mit der Kuhmilch aufgenommen wird, einen weiteren negativen Aspekt aufweist. Es macht Fett. Dadurch, dass es schon oxidiert ist, greift der Körper primär bei der Verbrennung von Nährstoffen (und „Verbrennung“ ist chemisch betrachtet nichts anderes als eine Oxidierung, also Anreicherung mit Sauerstoff) auf Kohlenhydrate zurück. Das Fett wird also gespeichert. „Fett macht fett.“

Als anschauliches Beispiel nennt Doktor Walter Veith den „durchschnittlichen Milchverbrauch“ entsprechend 750kcal täglich. Darin sind 160mg Cholesterin enthalten. In „Fleisch“ ausgedrückt: man müsste 53 Schinkenscheiben essen, um auf die gleiche Cholesterinmenge zu kommen. Erklärt einem jemand, man solle 53 Scheiben Schinken essen, würde man sich umdrehen und gehen. Die Milchwerbung tut es. Quasi…

Laktoseintoleranz

Interessant ist auch die Häufigkeit der Laktoseintoleranzen – also Unverträglichkeit des Milchzuckers – der diversen ethnischen Gruppen. Europäer sind zu 5-10 Prozent laktoseintolerant. Nordamerikaner (mit heller Haut) betrifft es zu 10-15 Prozent. Danach kommt lange nichts auf der Skala.

Die Bewohner des Mittelmeerraumes sind die nächsten in der Liste. Hier sind schon – je nach Region – 60 bis 75% laktoseintolerant. Gefolgt von den Afroamerikanern, Bewohnern Mittelamerikas und den amerikanischen Ureinwohnern. Die Spitze bilden die Schwarzafrikaner und Inder, die zu praktisch hundert Prozent laktoseintolerant sind.

Würden diese Menschen Milch trinken, hätten sie sofort Magenschmerzen, Durchfall und Krämpfe. Nicht mal den Milchzucker verträgt das Gros der Menschen, wenn man alle Erdteile berücksichtigt. Aber auch dieses Tatsache wird ignoriert.

Einen interessanten Satz sagt Doktor Walter Veith im Laufe des Vortrages: „Da ist viel Milch, die man nicht als Milch sieht. Denn alles enthält Milch.“

Ich hätte den Satz vor zwei Monaten zwar geglaubt, aber zumindest im Hinterkopf als leichte Übertreibung abgetan. Bis ich mit Frau Weltmacht versuchte Brot – ein Mehl-Wasser-Salz-Gewürze-Körner-Gemenge – zu kaufen, das den Titel „vegan“ tragen darf. Nach drei Bäckereien haben wir endlich Weckerl gefunden, die kein Milchpulver enthielten. Hätte ich das gewusst, hätte ich am Vorabend vor dem Ausflug noch Brot gebacken.

Käse?

Nachdem wir die Lüge, dass Milch für eine gesunde Ernährung notwendig ist, nur mal grob widerlegt haben, haben wir nun Zeit, uns in Anlehnung an den Vortrag dem Käse zu widmen.

„In Käse ist alles drinnen, was der Mensch braucht“ zitiert Doktor Walter Veith die Werbung und die Ernährungsexperten. Dass vieles im Käse enthalten ist, das der Mensch nicht nur nicht braucht, sondern im übertragenen Sinn so gar nicht brauchen kann, wird verschwiegen.

Wird Milch mit Bakterienkulturen versetzt, entsteht Molke und zuerst Frischkäse. Frischkäse besteht aus Kasein (dem unverdaulichen Eiweiß), oxidiertem Cholesterin, Fetten und Galactose, dem Milchzucker. Also schon mal drei von vier Bestandteilen, deren Mythos entlarvt ist.

Die Kette der Käseherstellung geht von Milch über Dickmilch, Frischkäse, Streichkäse zu Hartkäse. Das ist quasi das Endprodukt, nachdem die Bakterien alles nützliche verdaut haben. Dieser Hartkäse aber besteht aus so viel langkettigem Eiweiß (Polypeptiden), dass die Rezeptoren im Zwölffingerdarm in die Irre geführt werden und glauben, die Verdauung sei noch nicht beendet. Das „schließt den Magen“, wie das Sprichwort richtig sagt. Sprich: dafür dass das Eiweiß unverdaulich ist, bleibt es im Magen. Dort führt es zu einem Sättigungsgefühl. Das Problem ist, dass der Magen selbst keine Nährstoffe aufnimmt. Man fühlt sich satt, hat aber keine Nährstoffe abbekommen. Als kleinen Trost kann man vielleicht anmerken, dass die Käseplatte immer als Nachtisch nach dem Essen serviert wird.

Natürlich mach der Magen irgendwann wieder auf. Aber angesichts der Bestandteile von Käse haben wir schon geklärt, dass er für uns nur sehr schwer verdaulich ist und der menschliche Körper ihm nichts abgewinnen kann.

Einen Effekt hat er doch, der Hartkäse, Er ist sehr stark säurebildend, was sich wiederum auf die Erkrankung an Osteoporose auswirkt.

Was sonst noch?

Über einen längeren Teil seinen Vortrages zitiert Doktor Walter Veith wissenschaftliche Studien, die belegen, dass der Milchverzehr des Menschen für eine Vielzahl an Krankheiten (von Allergien, über Leukämie, Tuberkulose, Scharlach, Diphtherie, Osteoporose bis Prostatakrebs; sogar Hüftfrakturen treten tendenziell häufiger in Zivilisationen auf, wenn diese viel Milch konsumiert). Wobei er teilweise auch ausführt, wie diese Krankheiten verursacht werden.

Kinderwunsch? Besser nicht…

Die Auswirkungen der Ernährung mit Milch reichen sogar bis in die Fortpflanzung. Am Beispiel Thailand (mit 98% Lanktoseintolleranz in der Bevölkerung) im Vergleich zu den westlichen Ländern (mit weniger „Milchunverträglichkeit“, dafür hohem Milchkonsum), konnte man zeigen, dass das Weglassen der Milchprodukte bei Frauen zwischen 35 und 39 Jahren zu 26% weniger Fruchtbarkeit führt. Bei Ernährung mit Milch beträgt der Fertilitätsverlust 82%. (Ausgangswert ist immer der Klimax der Fruchtbarkeit, der bei Frauen im Alter zwischen 25 und 29 Jahren angesetzt ist.)

Bei Männern – ja, wir sind auch betroffen – wirkt sich der Milch(Produkt)Konsum negativ auf die Spermienkonzentration und die Beweglichkeit/Geschwindigkeit aus. Auch die Defekte an den Geißeln der Spermienzellen nimmt zu. So bilden sie vermehrt Knoten aus, die die Samenzellen nicht mehr geradeaus, sondern nur im Kreis schwimmen lassen. Anschaulich verweist Doktor Walter Veith auf die vielen Kinder afrikanischer Familien, währen in Europa und den USA jedes vierte Paar für den Kinderwunsch ein Krankenhaus aufsucht.

Eine weitere Website hat sich des Problems auch angenommen und informiert über das Thema Milch: Milchlos.de

Nachdem viele dieser Erkenntnisse nicht neu sind und auch nicht widerlegt wurde, stellt sich die Frage, warum man – WIR – so auf Milch beharren. Klar, nicht jedermann informiert sich, aber sollten sich die Experten nicht mal selbst an die Hand nehmen und darüber nachdenken, was sie uns empfehlen?
Ist ja nicht so, dass es keine Alternativen zu Milch gäbe.

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